Die Financial Crimes

Hab mir seit Ewigkeiten mal wieder ne TAZ gekauft und mich sehr gewundert, dass eine „Financial Crimes“ beilag. Wie das Original auf rosa Papier aber mit interessanten Artikeln. Die könnt ihr alle online Nachlesen. Das ist keine Aktion von der TAZ, sie unterstützt das nur.  ATTAC ist dafür verantwortlich und stellt sich damit in eine Tradition der Zeitungsfälschungen die mit den Jes Men anfing.  Sehr gut ist z.B. der Kommentar von Georg Schramm. Schramm ist eh ein sehr genialer Kerl, weit mehr als nur ein Kabarettist.

Das ist ein Auszug, den ganzen Kommentar gibs hier.

Planlos in der Kriese
Das Bedrückendste in diesen Tagen ist für mich die völlige Abwesenheit einer Vision. „Wir wollten schnellstmöglich wieder dahin, wo wir vor der Krise waren“, sagte die Kanzlerin und erntete für diese Bankrotterklärung starken Applaus ihrer bürgerlichen Koalition.
Weit und breit noch nicht einmal der Versuch, den Abschied vom Wachstum gedanklich zu gestalten. Die Linke klebt noch am Staats-Sozialismus, der ist aber keine Vision, sondern eine niederschmetternde Erfahrung. Die SPD taktiert nur, der sitzen noch Gestalten wie Helmut Schmidt im Nacken, der seine Nikotinabhängigkeit mit freiem Bürgergeist verwechselt. „Wer bei uns Visionen hat, der sollte damit zum Arzt gehen“, hat Schmidt mal gekalauert.
Bei der Union dasselbe: Visionären Konservativen wie Heiner Geißler wird in der CDU Parteiaustritt und psychiatrische Behandlung empfohlen. Für eine Vision müssen wir das Land verlassen, wenigstens gedanklich. Wir müssen zurück zur letzten Weltwirtschaftskrise.
Am 4. März 1933 ging ein Ruck durch ein Land. Durch Deutschland auch, aber das meine ich nicht. (Bei uns wurden in diesen Tagen Hunderte aufrechter Demokraten von der Gestapo abgeholt.)
Ich meine die USA, dort verkündete an diesem Tag Präsident Roosevelt den „New Deal“, den großen Gesellschaftsvertrag. Eine Vision, und was für eine. Der Zustand der USA vor dem „New Deal“ war geprägt durch Finanz- und Wirtschaftskrise, Rezession, Massenarmut, verrottetes Bildungssystem und Superreiche, die das Land plünderten. Eine Beschreibung, die uns bekannt vorkommen muss.
Eine Generation später blühte das Land wie nie zuvor, dynamische Mittelschicht, solide Mindestlöhne, und aus den Superreichen waren Wohlhabende geworden. Durch eine gewaltige Umverteilung von oben nach unten. Kennen sie den Unterschied zwischen wohlhabend und reich? Warren Buffett, einer der Top Ten der Weltrangliste, hat „reich“ definiert: Wenn beim Geldzählen eine Million fehlt und man merkt es nicht, dann ist man reich.

Mit dem New Deal habe ich mich noch nie beschäftigt, werde ich aber jetzt sicher mal tun und darüber schreiben. Evtl als Vergleich mit dem Green New Deal der europäischen Grünen.

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