Terrorangst – eine Gegendarstellung

Der Geist des Terrorismus spukt mal wieder herum. Zeit für eine Gegendarstellung.

Es heißt immer Terrorismus würde unsere freiheitliche Grundordnung  gefährden. Wollt ihr die Terroristen motivieren? Terroristen sind Mörder. Sonst nichts. gemeine, skrupellose Mörder. Ihr Ziel ist Angst, wenn man Angst vor Terror hat unterstützt  man den Terrorismus. Unsere freiheitliche Grundordnung gefährden Politiker die diese wegen dem Terrorismus abschaffen wollen.

Die Wahrscheinlichkeit, von einem Nacktscanner Krebs zu kriegen, ist ungefähr genau so hoch, wie dass Terroristen das Flugzeug sprengen. Das zeigt vor Allem, dass Terrorismus zwar spektakulär, aber statistisch keine echte Gefahr ist. Man muss mehr Angst davor haben vom Blitz getroffen oder von Besoffenen überfahren zu werden.

Die freiheitliche Grundordnung gefährden z.B. Leute die fordern, dass man sogenannte „Gefährder“ vorsorglich einsperren sollte. Gefährder sind Menschen, die vielleicht mal eine Straftat begehen, aber noch keine begangen haben. Es geistern sogar so kafkaeske Begriffe wie „potenzielle Gefährder“ herum.

Klar darf man gefährliche Menschen beobachten, kein Ding. Nur Begriffe wie „Gefährder“ ins Recht aus zu nehmen entfernt uns immer mehr von der Unschuldsvermutung. Beobachten ist OK, festnehmen aber bitte nur bei einer echten Straftat oder wenn diese wirklich vorbereitet wird.

Es gibt noch eine zweite, schwer zu beweisende Gefahr, die auftritt, wenn man in diese Richtung weiter denkt. Es gibt im Bereich Urheberrecht und Drogen eine Menge Straftaten, bei denen es Ermessensache des Richters ist, ob es zu einer Verurteilung kommt oder nicht. Da praktisch jeder irgendwo ein paar Raubkopien hat, und die Zahl der Kiffer (gerade im Linken Spektrum) hoch ist, wird quasi jeder zum geduldeten Verbrecher. Dazu kommen gerade bei Raubkopien übermäßig hohe Strafen, schon bei kleinen Mengen. Man kann also „Gefährder“ einfach wegen einer anderen Straftat dran kriegen und bei der Hausdurchsuchung zufällig noch auf andere Beweise stoßen. Das ist unabhängig vom Terrorismus ein beschissener Zustand! Entweder man macht angemessene, niedrigere Strafen, verurteilt aber jeden oder man legt feste grenzen Fest, ab wann ermittelt wird. Verbrechen nur ab und zu Bestrafen is nich. Da wäre eine Legalisierung sinnvoller.

Der sog. „islamistische Terrorismus“ ist für mich keine religiöse, sondern eine politische Bewegung. Es gibt ihn erst seitdem wir z.B. in Saudi Arabien Diktaturen unterstützen im Tausch gegen Öl. Der Islam war mal die toleranteste Religion. Während in Europa Hexen verbrannt wurden, konnte man als Christ in islamischen Ländern wissenschaftlich forschen und friedlich leben. Nur wie so oft in Religionen, findet man für jede Denkrichtung irgend einen Halbsatz in einem alten Buch, der als Begründung für alles genommen werden kann. Man kann aus Bibel wie Koran sowohl Toleranz als auch Religionsfaschismus herauslesen, wenn man will. Daher möchte ich abschließen mit der Sure 109 des Korans:

„Die Ungläubigen“

Sag: Ihr Ungläubigen!
Ich verehre nicht, was ihr verehrt,
und ihr verehrt nicht, was ich verehre.
Und ich verehre nicht, was ihr verehrt habt,
und ihr verehrt nicht, was ich verehre.
Euch euer Glaube, und mir mein Glaube.“

UPDATE: Kaum schreibe ich mal sowas, fordert CSU-„Innenexperte“ Geis die Inhaftierung von Gefährdern.

UPDATE2: Über 90% der Afghanen haben noch nichts von den Anschlägen vom 11. September gehört. Die denken die Amis sind einfach so da. Klar, dass da Hass entsteht.

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