Gleichstellungsbeauftragte entlassen, weil sie sich auch für Männer einsetzte

Gleichstellungsbeauftragter heißt  nun schon seit einiger Zeit das Amt, welches früher den Namen Frauenbeauftragter trug. Doch der Aufgabenbereich hat sich kaum verändert. Durchaus  zu Recht muss man sich auch heute noch für Frauenrechte einsetzen. Doch scheinbar gibt es bei diesen Thema  gerade in den Kreisen die an lautesten nach Gleichberechtigung schreien die Illusion, Ungleichbehandlung könne per Definition nur Frauen treffen und Täter müssten zwingend Dreibeiner sein.

In der Stadt Goslar hat die Gleichstellungsbeauftragte Monika Ebeling (SPD) ihren Job verloren, weil sie die Dreistigkeit besaß, das Thema „häusliche Gewalt von Frauen gegen Männer“ auf die Agenda zu setzen. Alles was sie tat, war darauf hinzuweisen, dass es diese Form der Gewalt auch gibt und dass betroffene Männer kaum Möglichkeiten haben sich zu wehren. Das passte offensichtlich nicht ins Weltbild ihrer Genossen.  Die Linke, unterstützt von den Grünen und der SPD stellte im Stadtrat einen erfolgreichen Abwahlantrag gegen Ebeling.

Nachdem ich dieses sehr lesenswerte Interview von ihr gesichtet hatte beschloss ich mich ein wenig über das Thema zu informieren.  Gewalt von Frauen gegen Männer. Das letzte Tabu unserer Gesellschaft oder nur ein paar seltene Einzelfälle?

Die Antwort ist schwer. In den offiziellen Statistiken kommt Gewalt gegen Männer kaum vor.  Initiativen wie mann-als-opfer.com oder dem Männerbüro in Trier zeichnen ein anderes Bild.  Es wird behauptet diese Form der Gewalt würde im Zuge des Feminismus und aus falsch verstandenen Stolz fast nie zur Anzeige gebracht und wenn doch wäre es (wie jede häusliche Gewalt) kaum zu beweisen oder würde von den Behörden kaum verfolgt.  Auch wird gesagt, dass 40% der Männer die als Täter angezeigt werden sagten, sie wären eigentlich das Opfer und hätten nur reagiert.

Der NDR hat mal Betroffene besucht:

Wie auch immer es statistisch sein mag, fest steht: Es gibt diese Form der Gewalt und deshalb muss es auch Möglichkeiten geben dagegen vor zu gehen. Die Anzahl der Taten ist völlig irrelevant.  Als Mann zuzugeben, dass man von seiner Frau geschlagen wird, ist schon allein für sich ein riesen Schritt (weil wir die alten Rollenbilder immer noch nicht aus den Köpfen raus haben) und wenn man dann von Justiz und Behörden nicht ernstgenommen wird, ist es noch viel schlimmer.

Leider musste ich beim rumstöbern feststellen, dass Gewalt von Frauen gegen Männern oft von Rechten/religiösen Fundamentalisten/Emanzipationsgegnern als Beweis genommen wird wie böse der Feminismus ist. So möchte ich das nicht verstanden wissen. Ich will einfach, dass Gewalt von Menschen gegen Menschen als Scheiße angesehen wird, unabhängig von der Beschaffenheit der Lendengegend.

EDIT:  Die Gegenposition ist übrigens, dass Monika Ebeling sich fast ausschließlich um Männerthemen gekümmert hätte.  Kann ich nicht beurteilen.

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